Geschichte
Wie alles begann ..... die Gründerjahre (1993-1997).
Am Anfang war es nur eine Frage, dann aber schnell eine zündende Idee. Warum gibt es in Senden, einer aktiven Gemeinde mit vielen Sport- und Freizeitaktivitäten, eigentlich keinen Rudersport? Ist nicht die Lage des Ortes unmittelbar am Dortmund- Ems- Kanal geradezu geschaffen für diese Sportart und mindestens mit anderen benachbarten Ruderstandorten wie Münster, Lüdinghausen und Datteln vergleichbar?
Mit dieser Idee treffen Ende des Jahres 1992 in einem Klassenzimmer des gerade neu errichteten Sendener Gymnasiums (heute: JHG) drei Personen zu einer vorbereitenden Besprechung zusammen: ein Sportlehrer des Gymnasiums (Hermann Löchte), ein aktiver Ruderer mit Trainer B- Lizenz (Michael Hermes) sowie ein Jurist, zugleich in der Funktion als Kassenwart des Fördervereins des Gymnasiums (Karl Ordelheide).
In der zum 23.03.1993 einberufenen Gründungsversammlung treten insgesamt 13 der 17 Anwesenden in den frisch aus der Taufe gehobenen "Ruderverein Senden e.V." als Gründungsmitglieder ein. Diese wählen Annette Benduhn- Mertz (1. Vorsitzende), Klaus Dalimeyer (stellvertretender Vorsitzender), Karl Ordelheide (Kassenwart), Hermann Löchte (Geschäftsführer) und Michael Hermes (Sportwart) zum ersten Vorstand. Am 24.08.1993 wird der Ruderverein Senden e.V. (RVS) in das Vereinsregister beim Amtsgericht Lüdinghausen eingetragen, vom Finanzamt wird die beantragte Gemeinnützigkeit bescheinigt.
Als Bootshaus wird kurz nach der Gründung durch die Gemeinde Senden der hintere Hallenteil des Schiffsmuseums an der Kanalstraße angemietet. Bei einer Spezialfirma in Schleswig-Holstein wird ein Alusteg in Pontonbauweise bestellt und nach Fertigstellung von Michael Hermes und Karl Ordelheide im Juni 1995 mit einem geschnorrten Lkw selbst aus Schleswig-Holstein abgeholt. Zwei Landgänge für den Steg werden nach selbst gefertigten Zeichnungen in Auftrag gegeben. Für die Beplankung der Pontons und der Landgänge ist ein besonders hartes Holz vorgesehen, das später in Eigenarbeit zugesägt, vorgebohrt und auf den Steg geschraubt wird.
Und wie sah es mit den Ruderbooten aus?
Bereits ein Jahr nach der Gründung des Vereins stehen eine ganze Reihe Gebrauchtboote, teilweise in reparaturbedürftigem Zustand, in der Halle. Zwei davon stammen von Vereinen aus Münster und Lüdinghausen - sozusagen als Taufgeschenk. Zwei weitere Boote können für ein 'paar Mark fünfzig' von einer Schule aus Marl erworben werden, die ihre Ruder AG auflösen musste.
Dank der besonderen Beziehungen des Sportwartes Michael Hermes als ehemaliger Aktiver zum Ruderverein Rheine spendet dieser sogar 4 Boote. Bei den Skulls und weiterem Zubehör ist die Ausbeute allerdings weniger üppig: In unserer Halle liegen nur wenige Paare aus Holz, teilweise mit ausgefransten Blättern, die nur in ihrem früheren Leben einmal Skulls genannt werden durften.
Wenige Wochen später am 19.06.1994 ist das erste neue Boot, ein weißer Gig-Doppelvierer, eingetroffen. Zum Schrecken der freudig erregten Empfänger fehlen allerdings die dazugehörigen 4 Skullpaare, die erst Wochen später eintreffen. Zwei Monate später übergibt der Erste Vorsitzende des Fördervereins des Gymnasiums, Ulrich Walters, den Vereinsruderern einen nagelneuen gelben Renndoppelzweier. Beide Boote werden im Rahmen der großen Ruder-Einstandsfete am 24.09.1994 feierlich getauft: Der Vierer als Glanzstück der Gemeinde Senden erhält den Namen "Steverstern"; der Zweier als Geschenk des Fördervereins in Anlehnung an den Initiator Karl Ordelheide den Namen "Charly". Auch das inzwischen nahezu fertig eingerichtete Bootshaus wird bei dieser Gelegenheit eingeweiht. Ruderer aus Datteln, Lüdinghausen und Münster kommen - wie die 'Zunft' es nun mal vorsieht - übers Wasser angerudert; viele andere geladene Gäste und Angehörige erfreuen sich an den Ereignissen.
Weitere bedeutende Ereignisse und Premieren in den Gründerjahren sollen hier auf keinen Fall "unter Kiel kommem":
Bei der ersten Jahreshauptversammlung des RVS am 27.05.1994 kommt sich der 5-köpfige Vorstand doch etwas verloren vor: Außer ihm finden sich nur zwei 'normale' Mitglieder im eigens reservierten Saal des Hotels Niemeier in Senden ein. Aber so ist man auch schnell fertig!
Am 16.10.1994 fahren 5 Aktive des RVS zum benachbarten Ruderverein Lüdinghausen, um dort bei deren '1000 km-Rennen' vielleicht die letzten entscheidenden Kilometer für die Ruderkameraden zu erringen. Im Laufe der nächsten Jahre ergibt sich aus diesen ersten persönlichen Beziehungen einzelner Mitglieder eine enge Verbundenheit beider Nachbarvereine.
Die erste offizielle Rudersaison des jungen Vereins beginnt mit dem Anrudern am 29.04.1995 von einem Behelfssteg vor dem Schiffsmuseum aus. Untertrieben ist der Begriff "Behelfssteg" schon, handelt es sich doch um eine ausrangierte Haustür vom Bauhof, die mit ein paar Pflöcken am Ufer des Kanals befestigt worden ist. Die ganze Sache ist ziemlich wackelig. Vorbeifahrende Schiffe überfluten den "Steg" ständig und und machen ihn glitschig wie Schmierseife.
Am 21.09.1996 findet nicht nur das Abrudern statt, sondern auch die erste Vereinsmeisterschaft seit Bestehen des Rudervereins: 13 Ruderer starten in drei Disziplinen in ein spannendes Rennen. Als Höhepunkt treten der Vorstand des RVS im "Trabbi" und ein Damen-Vierer im "Steverstern" gegen eine Mannschaft des RV Lüdinghausen an.
Nur knapp muss sich der Vorstandsvierer dem Boot aus Lüdinghausen geschlagen geben.
Die Anzahl der Mitglieder verdoppelt sich seit dem Gründungsjahr 1993 auf 24 zum Ende des Jahres 1994. Seitdem steigen die Mitgliederzahlen beständig an und liegen zum 31.12.1999 bei 57. Etwa 70 % davon sind aktive Ruderer und Ruderinnen!
Die Vereinsbeiträge nehmen sich in den Gründerjahren noch sehr bescheiden aus: Erwachsene zahlen 72,00 DM, während Jugendliche und Studenten 36,00 DM jährlich aufbringen müssen. Das ändert sich erst ab dem Jahr 1995, seit dem der Ruderverein Senden seinen Mitgliedern einen voll funktionierenden Ruderbetrieb anbieten kann: die Beiträge erhöhen sich auf immer noch moderate 180,00 DM für Erwachsene und 60,00 DM für Jugendliche; neu eingeführt werden ein Familien- (288,00 DM) und ein Förderbeitrag (72,00 DM).
Höhen und Tiefen ..... die Zwischenzeit (1998-1999)
Nachdem in den Gründerjahren Aufbruchstimmung vorherrschte, viele wertvolle Leistungen vollbracht und Erfolge und Premieren gefeiert werden konnten
, verzogen sich langsam die rosa Wolken. In die Vereinsabläufe zog allmählich auch der 'graue Alltag' ein.
Alle bemerkten aber, dass das regelmäßige Training immer stärker beeinträchtigt wurde durch die geradezu bedrückende räumliche Enge in der Bootshalle von nur etwa 70 m² Nutzfläche. Denn bei 10 einsatzfähigen Ruderbooten, die zu dieser Zeit für die etwa 40 aktiven Ruderer vorgehalten wurden, war die schmale Halle mehr als voll. Mindestens genau so störend war der unsaubere Zustand der Bootshalle, der durch Staub und Schleifpartikel vom Betrieb aus der anderen Hälfte der Halle Tag für Tag herüber getragen wurde. Nach kurzer Zeit waren alle Boote und Geräte in der Halle mit einer schwarzen Staubschicht bedeckt, Putzen geriet zu einer Daueraufgabe, die keiner mehr machen wollte. Die fehlenden sanitären Einrichtungen fielen dagegen schon gar nicht mehr so stark ins Gewicht. Nach Möglichkeit ging jeder vor dem Rudertraining noch schnell zu Hause aufs Klo, weil er (bzw. eher sie) bei Benutzung der Toiletten des Museums mit harschen Vorwürfen des Eigentümers rechnen musste, die Toilette "mal wieder verunreinigt" zu haben.
Neue Impulse ..... der Aufschwung (ab 2000).
Die Mitgliederversammlung am 21.01.2000 läutete mit der Wahl von Wolfgang Surres zum 1. Vorsitzenden, Agnes Stückmann-Heumer zur Kassenwartin und Franz-Josef Rauße zum Schriftführer eine Wende in der kurzen bewegten Vereinsgeschichte ein.
Bereits zum 05.05.2000 beruft der neue Vorstand eine außerordentliche Mitgliederversammlung ein, um seine grundlegenden Vorstellungen zur künftigen Weiterentwicklung des Vereins bekannt zu geben und darüber abstimmen zu lassen. Unter der Überschrift "Ruderverein plant Bau eines Bootshauses" veröffentlicht die örtliche Tageszeitung einen Artikel über diese entscheidende Mitgliederversammlung.
Im August 2001 wird der Bebauungsplan für das neue Bootshausgelände rechtskräftig. Es soll eine feste Straße über das Gelände der Firma Wiese zum Gelände des RVS gebaut werden (da für die neue 200 m lange Zufahrt der nichts sagende Name "Industriestraße 8a" vorgesehen ist, schlägt der RVS in einem Schreiben an die Gemeinde vorsorglich schon mal Namen mit nautischen Bezügen zu 'boot' vor). Im Dezember 2001 beginnen bereits die Straßenbauarbeiten.

Am 12.09.2001 stellt der RVS den Bauantrag zur Errichtung der Bootshalle beim Kreis Coesfeld. Auf einer Grundstücksgröße von etwa einem halben Fußballfeld soll ein Bootshaus errichtet werden, das auch einen Achter von immerhin ca. 18 m Länge aufnehmen kann. Die Baugenehmigung wird kurz vor Weihnachten 2001 für die komplette Halle erteilt!
Am 29.10.2001 schließt der RVS mit der Gemeinde Senden einen Pachtvertrag über das neue Bootshausgelände ab dem 01. 11.2001 auf 50 Jahre mit Verlängerungsoption für jeweils weitere 10 Jahre ab. Damit ist es bis zur Enkelgeneration für den Verein gesichert.
Auf der 9. Jahreshauptversammlung im Januar 2002 wird der Vorstand in seinen Ämtern bestätigt. Die Mitgliederversammlung versetzt die ehemalige 1. Vorsitzende Annette Benduhn- Mertz (sie lebt inzwischen im sonnigen Palma) in den Stand eines Ehrenmitgliedes des Rudervereins; sie ist in dieser Riege die Erste.
Angesichts der Kündigung des Mietvertrags im Schiffsmuseum zum 30.06.2002 hat der RVS zwei gut erhaltenen, gebrauchten Seecontainer gekauft, die am 14.05.2002 angeliefert und auf dem neuen Bootshausgelände aufgestellt werden. Sie werden im Laufe der nächsten Arbeitswochenenden von Richard Riemer meisterlich grün lackiert und durch Einbauten zu kleinen Bootshallen umfunktioniert. Damit können die wichtigsten Ruderboote nach dem Umzug dort eingestellt werden. Auch die Schwimmsteganlage wird durch fleißige Mitglieder und Helfer von ihrem bisherigen Standort in der Wendebucht ab- und am neuen Bootshausgelände wieder aufgebaut.
Damit kann auch das Rudertraining wieder voll anlaufen.

Sozusagen als letzte Vorbereitung auf das Finale - das wird dann die Errichtung der Bootshalle selbst sein - laden am 02. und 03.05.2003 insgesamt 24 große Sattelschlepper Schottersand auf dem Bootshausgelände ab. Die riesigen Berge von Schotter werden in den beiden darauf folgenden Tagen von RVS- Mitgliedern unter Einsatz von Großgeräten (ein ausgewachsener Schaufelbagger ist dabei) und in schweißtreibender Handarbeit verteilt, nivelliert und verdichtet. Am 16.05.2003 wird der erste Beton für die Hallenfundamente in die bereits mit Eisengittern von den 'Arbeitsdienstlern' vorbereiteten Erdlöcher gegossen. Am 30.05.2003 schließlich wird der Beton angeliefert, der sich zur Freude aller innerhalb kürzester Zeit in eine solide Bodenplatte für das künftige Vereinshaus verwandelt.
Mit einer großen Feier begeht der RVS am 5. Juli 2003 sein 10-jähriges Bestehen.
Fleißige Arme hatten in den Tagen zuvor die Betonplatte und den Vorplatz unter einer 20 cm dicken Schicht aus feinstem Silbersand verschwinden lassen. Ein riesiger Fallschirm über dem Gelände, diverse Bier-, und Grillstände, eine professionelle Caipirinha-Bar und heiße Musik ließen alle Mühen der vergangenen Monate und Jahre vergessen. Alle fühlten sich wie auf einer großen Strandparty. Die vielen Gäste, Ruderfreunde aus den benachbarten Rudervereinen Lüdinghausen und Münster, Sendens Bürgermeister Alfred Holz, etliche Vertreter der Gemeinde Senden und örtlicher Vereine, eine Besatzung des DLRG, eine Mannschaft der Wasserschutzpolizei mit ihrem Schiff und viele Schaulustige verliehen dem Jubiläum einen festlichen Rahmen. Die Feier dauerte noch bis spät in die Nacht und blieb für alle in unvergesslicher Erinnerung.
Anfang September 2003 starteten 12 Mitglieder zu einer Wanderfahrt besonderer Art mit einer Wikinger-Bark namens "Mausi" auf der Mosel zwischen Bernkastel-Kues und Cochem. Nach dem Passieren mehrerer Schleusen zogen so schöne Orte wie Ürzig, Kröv, Traben-Trabach, Zell und Ediger vorbei. Das ganze Gebiet steht für gute Tropfen Wein, von dem abends auch der eine oder andere verköstigt wurde. In Bernkastel-Kues bildete das große Winzerfest einen krönenden Abschluss.
Und zwei Premieren gibt es auch noch zu vermelden: Seit diesem Jahr ist der RVS im Internet mit einer eigenen homepage vertreten, die von
Zum Ende des Jahres ging es wieder an die Arbeit auf dem Vereinsgelände. Nach achttägiger Bauzeit übergab am 28.10.2003 die Hallenbaufirma dem Ruderverein die fertig gestellte Bootshalle. In dem überdachten Anbau fehlten noch die Außenwände für die Sanitär- und Aufenthaltsräume. Diese wurden ab dem 01.11.2003 von vielen freiwilligen Bauhelfern des RVS in Klebetechnik gemauert. Die meisten hatten noch nie in ihrem Leben Steine aufeinander geschichtet, geschweige denn eine Mauer gesetzt. Aber der Wille, noch vor dem Wintereinbruch die Fenster einzubauen, trieb alle an. Einige Arbeitshelfer waren so von der Arbeitswut gepackt, dass sie mehr Stunden im Arbeitsbuch als im Fahrtenbuch notieren konnten. Und tatsächlich war Ende des Jahres die Halle rundherum dicht.
Die Arbeiten im Jahr 2004 begannen damit, die Halterungen für die Bootsregale an die Stahlträger der neuen Halle anzuschrauben. Denn es war allmählich nervig, für jedes Rudertraining die schweren Rollwagen mit den Booten aus den Containern zu ziehen und die Boote aus den oberen Regalen und wieder zurück zu stemmen. Bis zum Anrudern am 03.04.2004 waren alle Regalträger montiert – die Boote konnten endlich umziehen und die Halle damit ihre Bestimmung erhalten. Der gelbe Achter fand als erstes Boot seinen Platz in den Regalen. Am 16.06.2004 wurden die restlichen ausgelagerten Boote abgeholt – aus dem Spitzboden eines Bauernhofs in der Nähe von Senden. Damit war der ganze Bootspark des RVS am neuen Standort endlich wieder vereint, das Rudertraining konnte von nun an entspannter laufen.
Ab Juli 2004 begannen die Maurerarbeiten in der Halle: die Bauhelfer des RVS zogen die Wand zwischen Bootshaus und Aufenthaltsraum hoch, setzten die Mauern für den Sanitärbereich und zogen die Leitungen für Strom, Wasser und Abwasser. Das "kleine und große Geschäft" musste allerdings noch in dem Sanitärcontainer außerhalb der Halle erledigt werden. Im künftigen Aufenthaltsraum wurde der Boden mit Bitumen-Bahnen verlegt und anschließend mit einem Brenner verschweißt.
Die Idee, einen Förderverein für den RVS ins Leben zu rufen, wurde am 22.04.2004 auf der Gründungsversammlung des VFR (Verein zur Förderung des Rudersports Senden e.V.) umgesetzt.
Eine erste Tageswanderfahrt führte Ende Mai bei strahlendem Sonnenschein zu unseren Ruderfreunden nach Lüdinghausen – bei steigender Stimmung wurden alle Grillwürste vertilgt und erfrischende Getränke hinterher gespült. Wenige Tage später am 09.06.2004 begann für die Seniorenruderer die Wanderfahrt auf der Mittelweser zwischen Stolzenau und Bremen mit Stationen in Nienburg, Hoya und Verden. Leider wurde die letzte Etappe nach Bremen in Höhe der Schleuse Langwedel von stürmischen Winden und Gewitter vorzeitig gestoppt. Nach einer heißen Dusche und in trockenen Klamotten fuhr man deshalb halt mit Autos nach Bremen. Dort waren die Ruderer zu einer Grillparty eingeladen, bei der auch noch in später Nacht Würstchen auf den Rost kamen…
Die Jugendlichen des RVS unternahmen ebenfalls im Juni eine 4-tägige Wanderfahrt auf dem Dortmund-Ems- und dem Datteln-Hamm-Kanal bis nach Hamm. Im September beteiligte sich der RVS mit 4 Vierern wieder an der Regatta Rudi beim ARC Hiltrup und konnte einige schöne Erfolge verbuchen.
Im November 2004 startete der RVS nach langer Pause wieder sein Wintertraining; bislang gab es in der Steverhalle eine Trainingszeit am Abend, die aber kaum mehr genutzt wurde. Ab diesem Jahr können Jugendliche in der Sporthalle der Bonhoefferschule freitags unter der Leitung von
Am 12.01.2005 wurden die letzten Spuren des RV Senden in der Steverhalle beseitigt: mit großem personellen Aufgebot (1. und 2. Vorsitzender, Schriftführer und Cheftrainer), aber dann doch sehr unspektakulär wurden die beiden Ruderergometer aus der Steverhalle geholt, die dort seit acht Jahren für das Hallentraining genutzt und sonst gut verschlossen in einer großen Holzkiste lagerten.
Die Mitgliederversammlung am 27.01.2005 war die letzte in der Vereinsgeschichte, die aus Platzgründen in einer Gaststätte stattfinden musste. Der große Raum in der Gaststätte Kranenkamp am Kanal, ganz in der Nachbarschaft des neuen Bootshauses, war gut gefüllt mit erwartungsvollen Vereinsmitgliedern. Denn als letzten Punkt der Tagesordnung stellte
Ab Mai 2005 nahmen die Bauhelfer ihre Arbeiten am Innenausbau des Vereinshauses wieder auf. Sie verlegten Heizungsrohre und Dämmplatten auf den Böden, setzten Türzargen, brachten den Estrich auf, montierten die Sanitäranlagen und verlegten Fliesen. Da ging für viele Mitglieder so manches Wochenende für Arbeitseinsätze am Bootshaus drauf. Einige private Darlehn von Mitgliedern machten den finanziellen Kraftaufwand für den Verein möglich; denn bis zum 15.11.2005 sollte das ganze Werk die Bauabnahme bestehen, und dafür musste natürlich erst mal alles fertig werden.
Mitte Juli liefen die Vorbereitungen für die bislang weiteste vom Ruderverein Senden organisierte Wanderfahrt auf Hochtouren. Denn am 28.07.2005 hoben neun RVS- Ruderer und fünf Ruderer des befreundeten RVLH Lüdinghausen vom Flughafen Schiphol/Holland ab und flogen achteinhalb Stunden über den Ozean nach Kanada. Dort in der Stadt Kingston am Ontario-See trafen die deutschen Ruderer auf zehn kanadische Ruderfreunde, mit denen sie eine Woche auf dem Rideau-Kanal ruderten. Die Fahrten durch atemberaubende Naturlandschaften mit handbetriebenen Schleusenanlagen blieben ein unvergessliches Erlebnis für alle. In Ottawa endete die internationale Rudertour, und es schloss sich eine zweiwöchige, beeindruckende Sightseeing-Reise der Ruderfreunde mit Mietautos durch die östlichen Bundesstaaten Kanadas an.
Zu Hause in Senden war das Leben weiter gelaufen. Ab Mitte Oktober dominierten Farbeimer das Bootshaus, die vereinseigenen "Pinselschwinger" waren am Werk. Gestrichen wurden die Wände im Aufenthaltsraum, die Duschen, Umkleiden, Toiletten und die Trennwand zur Bootshalle. An der Stirnwand im Aufenthaltsraum, wo später mal eine Theke stehen sollte, hatten sich die Helfer eine besondere Tupftechnik ausgedacht. Während die Akteure von dem Kunstwerk noch ganz angetan waren, fragten andere schon, ob die Wand die Masern habe. Lebende Künstler werden eben oft verkannt. Jedenfalls waren nun alle Innenausbauten fertig gestellt.
Am 11.11.2005 gab es eine zünftige Helferparty, bei der alle freiwilligen (Bau-)Helfer geehrt wurden. Jetzt kam dem Verein zugute, dass er vor zwei Jahren jede Menge Tische und Stühle aus der Kantine der aufgelösten Bundeswehrkaserne in Dülmen organisiert hatte. Da das Mobiliar schon die ganze Zeit in einem der großen Container lagerte, müffelten die Sitzpolster allerdings noch etwas modrig.
Seit der Mitgliederversammlung in diesem Jahr sind die Raucher durch Beschluss aus dem gesamten Bootshaus verbannt worden (zwei Jahre später wird bundesweit das Rauchen in Kneipen und öffentlichen Räumen verboten). Wenn es draußen aber seeehr kaalt ist, qualmt man doch mal nebenan in der Werkstatt - und kann zwischen Raucher und Raucher kommunizieren.
Gerade noch rechtzeitig vor dem 15.11.2005 erfolgte die Bauabnahme des Bootshauses durch die Bauordnungsbehörde Coesfeld. Damit konnte der Vereinsvorstand endlich den 2-Kilo-Stapel mit Unterlagen beim Landessportbund NRW einreichen, um noch Mittel beim Investitionshilfeprogramm für 2006 erhalten zu können. Alles klappte, und der Verein durfte sich im kommenden Jahr auf ein zinsloses Darlehn freuen, das erst in 20 Jahren zurückgezahlt werden muss.
Auch eine weitere Hürde konnte genommen werden, als die vom RVS vorgelegten Verwendungsnachweise für die "Errichtung einer Bootslagerhalle mit Sozialräumen, sanitären Anlagen und Funktionsräumen" durch die Bezirksregierung Münster geprüft und genehmigt wurden. Damit durfte der Verein die bereits bewilligten Zuschüsse endgültig behalten.
Insgesamt hat der Neubau der Bootshalle des RVS etwas mehr als zwei Sportwagen gekostet. Darin enthalten sind auch die über 4.100 geleisteten Arbeitsstunden der Bauhelfer, die die Bezirksregierung Münster mit einem "Stundenlohn" bewertet hat.
RVS endlich richtig zu Hause (2006 – 2008)
Ende April 2006 wurden die übrigen Bauarbeiten rund um das Bootshaus mit der Neupflasterung der Außenterrasse am Clubhaus und dem Bereich vor den Bootshallentüren im Wesentlichen wie geplant abgeschlossen. Aber auch in den nächsten Jahren ist noch einiges zu tun, weitere Arbeiten sind im Außenbereich geplant.
Im Herbst wurde der "Schrottplatz" im Eingangsbereich des Vereinsgrundstücks von fleißigen Helfern aufgeräumt und zu einem großen Parkplatz mit festem Schotteruntergrund umgewandelt. Am großen Container pflanzten andere eine Reihe Lebensbäume in der Hoffnung, dass sie mit der steinigen Erde dort zurechtkommen. Auch die Hügel im Eingangsbereich erhielten eine Begrünung.
Seit Mai 2006 steht auf einmal ein Computer im Bootshaus. In seinen Einführungen erklärte Karl Ordelheide, dass er ein komfortables Fahrtenbuch-Programm im Internet gefunden hat, das sich "efa" (elektronisches Fahrtenbuch) nennt. Dieses Programm wurde zunächst im Probebetrieb auf einem ausrangierten PC eingesetzt, parallel dazu trug sich jeder noch weiter ins gebundene Fahrtenbuch aus Papier ein. Nach einer Reihe von Anfangsproblemen in der Bedienung und Defekten der Hardware lief efa bestens. Alle Sportler hatten sich schnell daran gewöhnt, weil sie sofort nach dem Rudern ihre aktuellen Kilometerstände miteinander vergleichen können.
Zur Jahresmitte nahte schon der Termin der offiziellen Bootshauseinweihung, für den der Festausschuss alle Hände voll zu tun hatte. Bis dahin wurden im Aufenthaltsraum die Spüle mit Unterschränken angeschlossen und Schränke für Geschirr und Reinigungsutensilien aufgestellt (die Theke war zu diesem Zeitpunkt noch zu teuer und fehlte deshalb).
Am 10.06.2006 war es dann so weit. Bei strahlendem Sonnenschein kamen Gäste aus allen Himmelsrichtungen: übers Wasser die Delegationen vom RV Münster, ARC Münster und Ruderverein Lüdinghausen; per Fahrrad und Auto die Familien, Freunde und Bekannten der Ruderer – und natürlich die Offiziellen der Gemeinde und anderer Sendener Vereine. Als der Vereinsvorsitzende
Dann wollten natürlich alle die angekündigten Bootstaufen miterleben, die auf die Festreden folgten. Sendens Bürgermeister Alfred Holz fühlte sich geehrt, das Flaggschiff unseres (und jedes) Vereins, einen Achter, zu taufen. Unser Achter hörte nun auf den Namen "Major Wood". Rein zufällig war dieser Name nicht, da "Major Wood" ins Deutsche übersetzt "Bürgermeister Holz" bedeutet. Franziska Falke taufte danach mit weiblichem Charme den Kombi-Dreier (2x+/3x-) auf den Namen "Frosch" – weil die Bootsfarbe so grün wie ein Laubfrosch ist.
Auf Beschluss der Mitgliederversammlung sollte der Aufenthaltsraum auch für Veranstaltungen wie LAN-Partys für Jugendliche, Doppelkopfturniere, Klönabende und auch Geburtstagspartys von Mitgliedern des RVS zur Verfügung gestellt werden; Heiko Seibt koordiniert seitdem die Terminwünsche.
Über die Pfingstfeiertage fuhren 14 Vereinsruderer zu einer Wanderfahrt durch die Gewässer um Berlin. Mit zwei Vierern ging es ab Tegelort über den Tegelersee, die Havel, den Großen Wannssee, den
Griebnitz-Kanal, den Sacrow-Paretzer-Kanal, den Wublitzer See, den Schwielower See, den Templiner See und den Tiefen-See. Das stürmische Wetter ("Mosterwellen") rund um den Großen Wannsee brachte die Boote fast zum Kentern. Am Abend wird mit Ruderern aus Braunschweig und Dänemark beim Ruderverein Tegelort eine große Grillparty veranstaltet, die im späteren Verlauf immer "geselliger" wird.
Im Juni 2006 machten sich acht Nachwuchsruderer mit einem Vierer und einem Dreier auf zur jährlichen Jugendwanderfahrt auf, die sie bis nach Datteln führte.
Als eine Reise für Genießer gestaltete sich eine 3-tägige Fahrt von vier Rudererpaaren Ende Juli 2006 nach Neustadt an der Weinstraße. In familiärer Atmosphäre mit der Winzerfamilie Reif hieß es lecker grillen, über viele Themen diskutieren und natürlich fachsimpeln über edle Tropfen in Flaschen, Gläsern und den Kehlen ihrer Genießer.
Auf der Homepage des RVS können Internet-User ab dem Herbst erstmals aktuelle Aufstellungen über alle geplanten Veranstaltungen und Termine des Vereins verfolgen.
Zum Abrudern am 04.11.2006 wurde der Achter "Major Wood" aus den Regalen geholt, abgestaubt und ins Wasser gelegt. In einer ziemlich chaotischen Fahrt knechtete die im Riemenrudern noch unerfahrene Mannschaft und bewältigte die übliche Strecke von 10 km in gut eineinhalb Stunden. Mit einem bayerischen Abend und echten Weißwürsten, süßem Senf – aber Bier aus der westfälischen Heimat – klang der Tag in großer gemütlicher Runde und zu später Stunde aus.
Aus Anlaß eines tragischen Unglücks am 5. November 2006 in Münster, bei dem zwei Ruderinnen des Ruderverein Münster von 1882 ums Leben kamen, haben die Trainer des RVS eine neue Ruderordnung erarbeitet. Diese wurde auf der Mitgliederversammlung am 18.01.2007 vorgestellt und verabschiedet.
In der Folge führte der RVS am 24. Februar 2007 gemeinsam mit den Ruderfreunden aus Lüdinghausen in unserem Vereinshaus für etwa 40 Ruderer einen Sicherheitslehrgang für Ruderer durch. Ein Trainer und ein Beamter der Wasserschutzpolizei veranschaulichten den Anwesenden die Verhaltensregeln auf dem Wasser und besonders in kritischen Situationen. Ein Lehrfilm verdeutlichte die Risiken bei leichtsinnigem Verhalten und rief die Rudersportler zur Vorausschau und Vorsicht auf.
Acht Jugendliche des RVS absolvierten im Herbst 2006 erfolgreich den Steuermannskurs in Münster.
Im Mai 2007 über Himmelfahrt veranstaltete der RVS eine 5-tägige Wanderfahrt ins Frankenland. Die Fahrt der 13 Aktiven begann in der Stadt Bamberg, von der sie den Main bis nach Kitzingen erkundeten. Das Wetter war den Ruderern anfangs gar nicht freundlich gesinnt, es regnete in Strömen. Am dritten Tag brach endlich die Sonne durch und die Regenkleidung konnte in den Seesäcken verstaut werden. Die 113 km lange Strecke lief über drei Etappen und mehrere Schleusen. Besonderen Eindruck hinterließ die Übernachtung im Naturfreundehaus Haßfurt, wo alle Gäste freundlich sehr behandelt werden und wo man für die RVS-Sportler immer einen offenen Kühlschrank hatte.
Die Jugendlichen des RVS unternahmen später im August unter Leitung von Agnes St.-Heumer eine Wanderfahrt auf dem Dortmund-Ems-Kanal nach Münster.
Das erste Doppelkopf-Turnier des Rudervereins fand am 09.03.2007 in dem neuen Aufenthaltsraum des Bootshauses statt. Eine feine Auswahl von jugendlichen Zockern testete die Nerven der jeweiligen Gegner durch konzentriertes Spiel und flotte Sprüche.
Die mit viel Arbeitsaufwand von den beiden vereinseigenen Webmastern
Anfang Juli 2007 errichteten einige Mitglieder mit Arbeitern der Gemeinde Senden Zugangstore in den beiden Eingangsbereichen zum Vereinsgelände. Das war auch notwendig, weil Chaoten schon mehrfach ihr Unwesen auf dem Gelände bis zum Abfackeln einer Dachrinne getrieben haben. Zum Parkplatz hin wurde das Grundstück mit einem Zaun eingefriedet. Verbunden damit war auch ein Austausch aller Schlösser. Die alten Schlüssel (keiner wußte eigentlich, wie viele Schlüssel wo im Umlauf waren) funktionierten damit nicht mehr. In den nächsten Wochen wurden neue Schlüssel an die Mitglieder gegen Pfand ausgegeben.
In schweißtreibender Arbeit entkernten viele Helfer Mitte August den nicht mehr genutzten weißen
Sanitär-Container und versetzten ihn neben die beiden anderen Container. So verwandelte sich dieser inzwischen unansehnliche Container zu einem überdachten Fahrradständer – eine sehr praktische Lösung!
Auch der Aufenthaltsraum wurde noch weiter eingerichtet: im November 2007 stand der lang ersehnte Kaminofen an seinem Platz, dann erfolgte der Anschluss an den vorgeschriebenen Edelstahlschornstein. Für diese teure Anschaffung war unter den Mitgliedern in den Monaten zuvor erfolgreich gesammelt worden. Wenige Wochen später war auch die neue Theke aufgebaut, die den großzügigen Küchenbereich umschließt. Der neue Aufenthaltsraum des RVS wird seitdem für viele vereinseigene Veranstaltungen und Geburtstage von Mitgliedern gebucht. In den Wintermonaten treffen sich RVS-Mitglieder zum "Klönabend" jeden letzten Freitag eines Monats.
Für den Ruderbetrieb konnten im Jahr 2007 mehrere gut erhaltene Gebrauchtboote organisiert werden: vom ARC Hiltrup erhielten wir einen sehr schönen Doppelzweier aus Holz ("Zander") und drei Einer ("Herbie", "Rennpappe" und "Schrumpel"); vier Seniorenruderer des RV Münster überließen uns ihren gut gepflegten Holz-Doppelvierer namens "Quadriga". Und von den Lüdinghausener Ruderfreunden erhielten wir als Dauerleihgabe ein Drachenruderboot, in dem bis zu 10 Leute Platz und Spaß haben können.
In der Saison 2007 durchbrachen 11 Mitglieder die “1000-Km-Schallmauer”; in der Vereinsgeschichte haben das so viele in einem Jahr noch nicht geschafft. Auch die Mitgliederzahl hatte sich erfreulich entwickelt: 118 Mitglieder, das ist super!
Zum Jahresende war das Bootshaus noch einmal gerammelt voll: der RVS lud seine Mitglieder und die Ruderfreunde vom RV Lüdinghausen zu einer großen Weinprobe ein. "Unser" Winzer Reif aus Neustadt an der Weinstraße faszinierte die Anwesenden mit einem Lichtbildervortrag über seine Weingüter im Frankenland und den großen Weinanbaubetrieb seines Sohnes in Kanada (diesen hatten unsere Ruderer auf ihrer Wanderfahrt nach Kanada im Sommer 2005 schon vor Ort besichtigen können).