Technik
Einleitung:
Über die richtige Rudertechnik kann man lange diskutieren; sie wird beeinflusst von neuen sportwissenschaftlichen Erkenntnissen, unterliegt aber auch vereinseigenen langjährigen Übungen. Wir wollen und können hier keine optimale Bewegungsbeschreibungen liefern - die Rudertechnik ist eben von vielen Variablen abhängig. Stets sind jedoch die körperlichen Voraussetzungen wie Körpergröße und Gewicht, die konditionellen (Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit) und koordinativen Fähigkeiten, die Zielsetzung (Freizeitsport mit Wanderfahrten, Gesundheitstraining, Leistungssport), das zur Verfügung stehende Bootsmaterial und die sportwissenschaftliche Kenntnis der Trainer zu beachten.
Man unterscheidet grundsätzlich zwei Rudertechniken: das Skullen und das Riemenrudern. Beim Skullen hat man rechts und links in jeder Hand einen Skull ("Paddel" sagen nur Nichtruderer dazu), während beim Riemenrudern beide Hände nur einen Riemen auf einer Seite bewegen.
Rudern hat übrigens viel weniger mit kräftigen Armbewegungen zu tun als die meisten glauben: die Beine leisten da erheblich mehr Arbeit.
Jeder Ruderer lernt zuerst die grundlegendste Grundregel: solange man im Boot sitzt, dürfen die Griffe der Skulls bzw. des Riemens nicht losgelassen werden. Jeder, der sich nicht daran hält, bekommt sofort eine entsprechende Rückmeldung vom Boot - und vom Trainer ....
Allgemeine Hinweise für die rudertechnische Ausbildung:
Wer das Rudern erlernen möchte, sollte grundsätzlich zuerst mit dem Skullen beginnen.
Dabei wird folgende Handführung empfohlen:
die linke (Steuerbord-)Hand befindet sich hinter und etwas über der rechten Hand und
die rechte (Backbord-)Hand befindet sich näher am Körper als die linke Hand
Diese Orientierung gilt für den Durchzug und das Vorrollen. Große Unterschiede in der Schlagweite zwischen rechter und linker Hand sind zu vermeiden. Vor allem ist eine geringe Differenz im Einsatzwinkel anzustreben. Vollendet Rudern bedeutet, einen flüssigen und harmonischen Bewegungsablauf zu erreichen, ein ineinander übergehender Verlauf der Bewegungen ist dabei wichtig. Jede ruckartige Körper- und Extremitätenbewegung beeinflußt den Vortrieb sowie den Durchlauf des Boots negativ.
Der Rudervorgang kann in 4 Abschnitte eingeteilt werden:
- Die Auslage (Wasserfassen)
- Der Durchzug
- Der Endzug und das Aushebeln
- Das Vorrollen
1. Die Auslage
Das Setzen der Blätter ins Wasser erfolgt durch eine sehr kurze Aufwärtsbewegung der Hände.
Zu bemerken:
- Die Beine sind zusammengepresst.
- Die Arme sind vollständig gestreckt. Handrücken und Unterarm bilden eine gerade Linie.
- Der Oberkörper ist nach vorne gerichtet und zwar soweit, dass die Nase über den Zehenspitzen steht (nicht weiter, da sonst der Rücken zu stark strapaziert wird. Deshalb halten fast alle auch die aufrechte Haltung für gesünder).
- Beide Hände nebeneinander auf gleicher Höhe halten.
- Kopf gerade halten und auf den Hinterkopf des Vordermanns gucken (wer mehr sieht, sitzt schief, und das ist schlecht!).
- Das Blatt sollte senkrecht gedreht sein, um in das Wasser einzutauchen.
2. Der Durchzug
Der Durchzug wird in 3 Einheiten eingeteilt.
!Wichtig! immer diese Reihenfolge einhalten: !Wichtig!
1. erst die Beine - 2. dann den Rücken - 3. erst zuletzt die Arme einsetzen (Endzug nächstes Kapitel)
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| 1 | 2 | 3 |
1. Der Beinstoß
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Zu bemerken:
- Die Arme mit den Schultern müssen vollständig gestreckt bleiben.
- Der Oberkörper bleibt in der selben Position wie in der Auslage.
- Mit Druck und so schnell wie es geht die Beine durchdrücken (dadurch rollt man mit dem Rollsitz nach hinten).
- Die Hände werden dabei hintereinander zum Körper geführt - die rechte vor der linken Hand ("rechts vor links"!).
2. Der Rücken
Zu bemerken:
- Die Arme und Schultern bleiben vollständig gestreckt.
- Der Rücken kann bis ca. 15° nach hinten geneigt sein.
- Beim Durchzug darauf achten, dass das Ruderblattlatt nicht im Wasser "absäuft" und auch keine Fontaine über das Wasser wirft.
3. Der Endzug und das Aushebeln


Vor dem Endzug ist der Rücken leicht nach hinten geneigt und die Arme sind noch vollständig ausgestreckt.
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| Als erstes werden die Arme an den Körper gezogen. Die Griffe werden dabei auf einer gedachten waagerechten Linie bis zum "Anschlag" an die Brust gezogen. | Sobald die Griffe die Brust berühren, werden diese herunter gedrückt, damit die Blätter aus dem Wasser gehebelt werden können. | die Griffe werden nun waagerecht gedreht und dann in gleicher Geschwindigkeit, wie sie heran gezogen wurden, gleich wieder nach vorne gedrückt (d.h. die Arme lang strecken). |
4. Das Vorrollen

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| 1. | 2. |
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Das Vorrollen geschieht in der gleichen Reihenfolge wie der Durchzug. Hier sollte man besonders ruhig und gleichmässig rollen, also keine ruckartigen Bewegungen vollführen oder in Hast ausbrechen. Der Oberkörper bleibt nach wie vor möglichst aufrecht. |
Der Übergang zwischen Aushebeln und Vorrollen muss ineinander übergehen, es darf keine Pause dazwischen gemacht werden. In der maximalen Auslage werden die Blätter wieder senkrecht gedreht und in das Wasser getaucht - der Schlag beginnt wieder von neuem. |








