Unterwegs

Ruderwanderfahrt nach Datteln im Juli 2010
Neun Nachwuchsruderer des Rudervereins Senden starteten am Wochenende ihre alljährliche Ruderwanderfahrt. Bei durchwachsenem Wetter machten sie sich auf den Weg nach Datteln, wo sie im Bootshaus des dortigen Rudervereins übernachteten. Auf dem Weg dorthin legten die Ruderer eine kurze Rast in Lüdinghausen ein. In Datteln angekommen, wurde bei guter Laune gegrillt. Das Eis in der Dattelner Innenstadt hatten sich die Ruderer nach 26 Kilometern Wegstrecke redlich verdient.

 

Am Sonntagmorgen traten die jungen Ruderer in ihren zwei Vier-Mann-Booten den Rückweg nach Senden an, wo sie am frühen Nachmittag eintrafen.



Berlin im Juni 2010


Berlin - turbulente Bundeshauptstadt mit vielen Sehenswürdigkeiten für Touristen oder vielleicht auch ein Paradies für Wassersportler? Das wollten 12 Mitglieder unseres Rudervereins auf einer Wanderfahrt erkunden.

Aus den über 50 Rudervereinen in Berlin hatten wir Kontakte zu dem Berliner Ruder Club Ägir in Friedrichshagen aufgenommen. Dieser Verein hat sein Ruderrevier in unmittelbarer Nähe zum Großen Müggelsee, dem größten See Berlins im Stadtbezirk Köpenick.

Starker Wind und hohe Wellen auf dem mehr als 4 Kilometer langen See forderten uns gleich am ersten Tag alle Kräfte ab. Nach der weiteren Fahrt über "Die Bänke" und den "Kleinen Müggelsee" wurde es auf der schmalen "Müggelspree" ruhiger. Hier wuchsen die Bäume auf langen Strecken bis ins Wasser hinein, unterbrochen von meist sehr gepflegten Grundstücken mit Wochenendhäusern. Zu unserer Überraschung kündete wenig später auf der Backbordseite ein Schild an einem Seitenkanal die Siedlung "Neu Venedig" an. Pepe (der Guide vom Berliner Ruderclub) erklärte, dass in diesem Kanaldelta zu DDR-Zeiten viele Funktionäre ihre Datschas hatten. Wegen der Brücken über die Kanäle wurde schnell ein Vergleich zu der Lagunenstadt Venedig gezogen. Die Anwohner sollen allerdings über fremde Besucher nicht erfreut sein. Nach 34 km und Landgängen bei verschiedenen Rudervereinen an der Spree erreichten wir abends wieder unseren Ausgangsort in Friedrichshagen.

Am folgenden Tag hatten wir uns wieder erholt und eine ebenso naturschöne Route über den "Sedinsee" und "Langer See" gewählt. Bei Berlin-Grünau auf der "Dahme" erreichten wir eine 2000 m lange Regattastrecke, die Austragungsort der Ruderwettkämpfe der Olympischen Spiele 1936 gewesen war. Sie wird heute noch für Regatten genutzt. Klar, dass wir hier noch einmal ordentlich Druck auf die Blätter gaben. Da die Sonne es in diesen Tagen besonders gut meinte, war am Abend die Apres-Sonnen-Lotion sehr gefragt.

Für den dritten Tag ließen wir die Boote im Bootshaus. Wir hatten uns für eine eine sportliche Art von Sightseeing durch die Stadt Berlin entschlossen. Neben den bekannten offenen Bussen gibt es nämlich die Möglichkeit, auf geliehenen Fahrrädern die Hauptstadt zu erradeln. Mit einem kompetenten jungen Fremdenführer ging es so ab dem Prenzlauer Berg auf eine Route, die als "Geschichtsmeile Berliner Mauer" bezeichnet wird. Sie informiert an 30 Stationen entlang des innerstädtischen Mauerwegs über die Geschichte von Teilung, Mauerbau und Maueröffnung. Dazu gehört zum Beispiel die Gedenkstätte Todesstreifen Bernauer Straße, auf dem das letzte Stück der Berliner Mauer in seiner Tiefenstaffelung erhalten geblieben ist. Sie vermittelt einen Eindruck vom Aufbau der Grenzanlagen zum Ende der 1980er Jahre.

Besonders unter die Haut gingen uns die Erlebnisse eines älteren Mannes, der in einem DDR-Wachturm an der Kieler Straße eine Gedenkstätte errichtet hat. Als Zeitzeuge schilderte er mit drastischen Worten die Umstände um den Fluchtversuch und die Erschießung seines Bruders Günter Litfin im Jahre 1961.

Zur Erholung von den erlebten Eindrücken kehrten wir zum Abend in ein Restaurant an der S-Bahn-Station Hackescher Markt ein und wurden schnell von dem turbulenten Großstadtleben erfasst.

Fazit der Reise: "Berlin ist immer eine Reise wert, wir werden wiederkommen."
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